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3 von 4 Frauen sind betroffen
Pilzinfektionen der Scheide, sogenannte Vaginalmykosen, sind weit verbreitet und viele Frauen sind immer wieder mit diesem Problem konfrontiert. Kaum eine Infektionskrankheit verunsichert Frauen mehr, da Pilzerkrankungen im Intimbereich durch die Betroffenen immer noch fälschlicherweise entweder als Geschlechtskrankheit gesehen werden oder mit mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht werden.
Dabei haben Scheidenpilz-Infektionen andere Ursachen und können durch die richtige Behandlung schnell und zuverlässig therapiert werden.
Wie kommt es zu einer Infektion?
Pilze holt man sich nicht, Pilze hat man. Auch wenn man völlig gesund und beschwerdefrei ist, lassen sich im Körper z.B. auf der Mundschleimhaut, im Magen-Darm-Trakt oder eben auch in der Scheide Pilze nachweisen. Normalerweise bleiben Hefepilze in der Vagina unbemerkt, da sie durch das saure Scheidenmilieu (der pH-Wert liegt bei etwa 4) in Schach gehalten werden. Gerät aber das natürliche Gleichgewicht der Vaginalschleimhaut durcheinander, können sich die Hefepilze ungehindert vermehren und es kann zu einer Infektion mit all den unangenehmen Begleiterscheinungen kommen.

Was macht besonders anfällig für Pilzinfektionen?
Pilze können sich vor allem dann in der Vaginalschleimhaut ausbreiten, wenn das natürliche mikrobielle Gleichgewicht der Scheide gestört ist.
Wenn die körpereigene Abwehr geschwächt ist
Stress, Grippale Infekte, Entzündungen, starke Erkältungen oder andere Infektionen schwächen die körpereigene Immunabwehr. Auch eine einseitige Ernährung begünstigt die Entstehung von Pilzinfektionen.
Hormonelle Veränderungen:
In der Schwangerschaft können die erhöhten Hormonspiegel der weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen die ungehemmte Vermehrung der Pilze begünstigen. Auch die Pille enthält Östrogene und Gestagene; hier kann z.B. ein Pillenwechsel helfen.
Die Einnahme von Antibiotika:
Die Antibiotika-Therapie macht auch vor den nützlichen Scheiden-bakterien nicht halt. Da Antibiotika nicht gegen Pilze wirken, können sich die Candida-Hefen ungestört ausbreiten.
Diabetes mellitus:
Diabetikerinnen haben einen erhöhten Zuckergehalt in Blut und Gewebe, der Pilze eine gute Nahrungs- und Vermehrungsgrundlage bietet.

Gibt es unterschiedliche Arten von Infektionen?
Pilzinfektionen der Scheide werden zu 85% durch einen Hefepilz (Candida albicans) ausgelöst. Ganz typisch sind bei Pilzinfektionen der permanente Juckreiz oder Brennen im Scheidenbereich. Der Ausfluss ist weißlich oder gelblich und krümelig.
Bakterielle Infektionen verursachen einen deutlich vermehrten Ausfluss; dieser ist oft dünnflüssig und von gelblich-grüner bis weißer Farbe. Ein typisches Symptom für diese Infektionen ist der fischige Geruch des Ausflusses, während Juckreiz und Brennen eher selten sind.
Woran erkennt man eine Pilzinfektion?
Die ersten Symptome sind Juckreiz oder Brennen im Bereich der äußeren Geschlechtsteile und am Scheideneingang. Verursacht werden diese Beschwerden durch den Ausfluss, indem es vor Erregern der Infektion nur so wimmelt. Der Ausfluss kann weiß oder gelblich sein, ist fast geruchlos oder riecht entfernt nach frischer Hefe. Die Konsistenz erinnert an geronnene Milch.
Durch die Infektion ist das betroffene Gewebe gerötet und/oder geschwollen. Trotz des starken Juckreizes ist es besser nicht zu kratzen, da sich die Beschwerden sonst verschlimmern. Diese Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und müssen nicht alle gleichzeitig auftreten. Drei Tage nach Beginn der Infektion sind sie erfahrungsgemäß voll vorhanden.
Was kann man gegen Scheidenpilz-Infektionen tun?
Jede Frau mit einer Scheidenpilzinfektion möchte diese Erkrankung so schnell wie möglich loswerden. Gynäkologische Pilzmittel, sogenannte Antimykotika z.B. von Bayer wirken gezielt gegen die einzelnen Pilzzellen bzw. verhindern deren Wachstum; letzlich stirbt die Pilzzelle ab.
Angewendet werden die Tabletten und Cremen direkt an den betroffenen Stellen: die Tabletten werden in die Scheide eingeführt und die Creme wird auf die äußeren Genitalien aufgetragen. Der Behandlungserfolg ist sofort spürbar: Brennen und Juckreiz lassen nach, der Ausfluss geht zurück. Wichtig ist, dass die Produkte wie vorgeschrieben angewendet werden, um die Infektion wirklich auszuheilen.
Wie kann man vorbeugen?
Gerade wenn man zu häufigen Pilzinfektionen neigt, sollte man alles vermeiden, was das Entstehen von Pilzinfektionen begünstigt.
- Vermeiden Sie Unterwäsche aus Kunstfasern und zu enge Jeans. Darunter entsteht durch Schweiß ein warmes Klima, in dem sich der Candida-Pilz gut vermehren kann.
- Verwenden Sie nur milde Seifen für die tägliche Reinigung. Verzichten Sie auf übertriebene Hygiene sowie Intimsprays.
- Vermeiden Sie Unterkühlung; wechseln Sie z.B. sofort nasse Kleidung, den Badeanzug etc.
- Reinigen Sie mit dem Toilettenpapier immer von der Scheide weg in Richtung After. Pilze, die im Darm vorkommen, können sonst in die Scheide gelangen.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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