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Das große Baby-ABC

 

Was Sie schon immer über sich und Ihr Baby wissen wollten...

 

Abstillen, Alkohol, Aufbewahren der Milch, Babypo, Baden, Bäuerchen, Beikost, Bett, Blähungen, Brustentzündung, Diät, Durst, Empfängnisschutz, Ernährung der Mutter, Fontanelle, Fieber, Gewichtszunahme, Kinderwagen, Koffein, Medikamente, Milchbildung, Milchstau, Muttermilch, Rauchen, Raumklima, Reinigen, Schlafbedürfnis, Schnuller, Schreien, SIDS, Stillberaterin, Stifffrequenz, Stillstreik, Stilltechnik, Tragetuch, Verdauung, Windelwechsel, Wochenfluss, Zahnen.


Abstillen:

Idealerweise sollten Sie Ihr Baby mindestens sechs Monate lang stillen ohne Nahrung oder Tee zuzufüttern. Wenn Sie abstillen, beginnen Sie schrittweise eine brustmahlzeit nach der anderen durch Beikost zu ersetzen. Müssen Sie bereits vor dem sechsten Lebensmonat Ihres babys abstillen, dann ersetzen Sie allmählich eine Brustmahlzeit nach der anderen durch eine Flaschenmahlzeit. Durch das Zufüttern geht die Milchproduktion zurück. Zur Unterstützung können Sie auch Pfefferminz- oder Salbeitee trinken, die milchreduzierend wirken. Wenn Sie medikamentös abgestillt haben, gibt es kein Zurück. Die Milchproduktion wird dann vollständig eingestellt.

Alkohol:

Der Alkoholgehalt in Ihrem Blut entspricht in etwa dem Alkoholgehalt in der Muttermilch. Da dem Säugling aber die Enzyme fehlen, um den Alkohol abzubauen, wird der Alkohol wesentlich langsamer abgebaut als bei Ihnen. Da sich größere Mengen Alkohol negativ auf Ihr Kind auswirken können (Müdigkeit, geringes Körpergewicht, verzögerte geistige Entwicklung), sollte der Alkoholgenuss auf ein gelegentliches Glas Wein eingeschränkt werden und möglichst erst nach dem Stillen genossen werden (z.B. vor einer längeren Stillpause in der Nacht).

Aufbewahren der Milch:

Muttermilch kann abgepumpt und im Kühlschrank bis zu 72 Stunden aufbewahrt werden. Ist keine Kühlmöglichkeit vorhanden, kann Muttermilch sechs bis acht Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Man kann die Milch auch unmittelbar nach dem Abpumpen bis zu drei Monate bei -18 bis -40 °C einfrieren. Vor dem Füttern wärmen Sie die Milch schonend auf dem Wasserbad auf und NICHT in der Mikrowelle. So kann Ihr Baby auch dann mit der wertvollen Muttermilch gefüttert werden, wenn Sie abwesend sind (wenn Sie z.B. arbeiten).

Babypo:

Wertvolle Tipps zur Pflege des Babypopos finden Sie hier.

Baden:

Baden Sie Ihr Baby bei einer Zimmertemperatur zwischen 22 und 24 °C am besten in einer speziellen Kinderbadewanne und nicht länger als 5 Minuten. Die ideale Wassertemperatur von 36 bis 37 °C erkennen Sie, wenn Sie den Ellbogen ins Wasser tauchen, denn am Ellbogen ist Ihre Haut ähnlich empfindlich wie Babyhaut.

Bäuerchen:

Halten Sie das Baby aus seiner Sicht nach links geneigt. Dadurch verhindern Sie dass das Baby beim Bäuerchen erbricht, da sich der Mageneingang auf der rechten Seite befindet und in dieser Haltung der Flüssigkeitsspiegel unterhalb des Mageneingangs liegt. Man braucht das Bäuerchen jedoch nicht erzwingen. Wenn das Baby nach einigen Minuten nicht aufgestoßen hat, legen Sie es am besten auf die Seite, im Rücken unterstützt durch eine Decke. Die Bauchlage im Schlaf wird nicht mehr empfohlen, weil aufgestoßene Milch das Atmen erschweren könnte.


Beikost:

Ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat können Sie mit der Beikost beginnen. Zuerst gibt man ein paar Löffel eines Gemüses (z.B. Karotte) und steigert jeden Tag die Menge je nach Bedarf des Kindes bis eine Stillmahlzeit ersetzt wird. Man sollte erst nach ca. 1 Woche ein neues Gemüse dazunehmen (z.B. Kartoffel). Wenn die Gemüsemahlzeit feststeht sollte man mit dem Obst beginnen (z.B. Apfel oder Banane). Auch hier soll erst wieder nach einer Woche die nächste Obstsorte probiert werden. Nun wird eine Stillmahlzeit nach der anderen durch Beikost ersetzt, bis das Baby mit ca. einem Jahr am Familientisch mitessen kann. Durch das Steigern der Beikost wird die Milchmenge langsam weniger und übrig bleibt das Stillen in der Nacht bis das Baby nachts durchschläft. Säuglinge und Kleinkinder benötigen mindestens fünf Mahlzeiten in 24 Stunden, damit eine adäquate Kalorienaufnahme gewährleistet ist.

Bett:

Die Matratze soll eine feste, atmungsaktive und feuchtigkeitsregulierende Unterlage sein – am besten aus Naturmaterialien (keine Plastikeinlagen oder –überzüge zur Schonung verwenden).

Blähungen:

In den ersten 3 Lebensmonaten neigen Babies zu Blähungen, weil ihr Darm noch unreif ist. Blähungen können selten, aber doch eine Überempfindlichkeit auf einen Nahrungsbestandteil sein. Um herauszufinden, a uf welches Nahrungsmittel Ihr Kind mit Blähungen reagiert, essen Sie pro Tag z.B. nur eine Gemüseart. Hat das Kind in den nächsten zwei Tagen keine besonderen Beschwerden, können Sie auch in Zukunft vernünftige Mengen dieses Gemüses essen. Weitere Informationen zu Blähungen finden Sie hier.

Brustentzündung:

Durch Milchstau oder offene Brustwarzen kann es zu einer Brustentzündung kommen, die sich durch Druckempfindlichkeit, Schmerzen, Hitzegefühl oder Rötung bis hin zu Schüttelfrost, Gliederschmerzen und Fieber bemerkbar macht.

  • Lassen Sie nach dem Stillen einige Tropfen Milch auf den Brustwarzen eintrocknen. Die darin enthaltenen Antikörper fördern den Heilungsprozess.
  • Um einer Brustentzündung vorzubeugen, achten Sie auf Ihre Stillposition, legen Sie Ihr Baby häufig an und tragen Sie keine einengenden BHs. Zusätzlich können Sie vor dem Stillen Wärme anwenden und nach dem Stillen etwas Kühles für ca. 2 Stunden auf die Brust auflegen. Waschen Sie Ihre Brust nur mit Wasser, verwenden Sie aber keine Seife oder ähnliches.
  • Cremen Sie Ihre Brust mit einer pflegenden Salbe ein. Das Brustgewebe wird geschmeidig und ist besser gegen die starke Beanspruchung geschützt.

HINWEIS: Trotz Brustentzündung können Sie Ihr Baby weiterstillen! Bei Fieber oder Schüttelfrost suchen Sie Ihren Arzt auf. Auch wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, sollten Sie weiterstillen! Ihre Stillberaterin wird Ihnen dann weitere Maßnahmen erläutern.



Diät:

Machen Sie keine Abmagerungsdiät während der Stillzeit! Durch den Abbau von Körperfett gelangen Schadstoffe in die Muttermilch, die eine Gefahr für Ihr Baby darstellen. Außerdem laufen Sie Gefahr, Ihren Körper unzureichend mit Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen. Durch das Stillen erlangen Sie automatisch leichter wieder Ihr Normalgewicht - ganz ohne Diät.

Durst:

Gestillte Kinder benötigen keinen Tee, auch nicht bei heißem Wetter. Muttermilch enthält 80 % Wasser. Zu Beginn jeder Stillmahlzeit erhält das Baby die durstlöschende Vordermilch und danach die sättigende Hintermilch.

Empfängnisschutz:

Häufiges Stillen unterdrückt normalerweise den Eisprung, die Regelblutung bleibt aus und eine Schwangerschaft wird unwahrscheinlich. Trotzdem ist das keine Garantie! Wenn Sie keine weiteren Kinder wollen, müssen Sie auch in der Stillzeit unbedingt verhüten!


Ernährung:

Sie dürfen alles essen, was Ihnen schmeckt, solange es einer ausgewogenen Mischkost entspricht. Allerdings sollten Sie Nahrungsmittel, auf die Ihr Baby mehrmals reagiert, vom Speiseplan streichen. Denn in den ersten 3 Lebensmonaten neigen Babies zu Blähungen, weil ihr Darm noch unreif ist. Blähungen können selten, aber doch eine Überempfindlichkeit auf einen Nahrungsbestandteil sein. Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Baby auf ein Nahrungsmittel empfindlich reagiert, dann verzichten Sie einige Tage darauf. Es gibt allerdings keine generellen Richtlinien, was Sie essen sollen bzw. was ihr Baby verträgt und was nicht.

Zu empfehlen sind an Nährstoffen reiche Nahrungsmittel:

  • Viel Gemüse : m eist gut vertragen werden von Mutter und Kind Tomaten und Karotten.
  • Obst versorgt mit Vitamin C und Beta-Carotin . Besonders milde Obstsorten sind Apfel, Banane, Birne, Nektarine, Pfirsich und Weintraube. Obst mit hohem Vitamin C-Gehalt (Südfrüchte, Erdbeeren) sollten nur in geringen Mengen genossen werden.
  • Viel Getreide, möglichst als Vollkorn . Getreide enthält Vitamine der B-Gruppe und keine Reizstoffe für das Baby; auch Hirse- und Haferflocken sowie Reis haben sich bewährt.
  • Erhöhter Kalziumbedarf . Milch oder Milchprodukte, fettarmer Käse, grünes Gemüse, Kräuter, Obst, Nüsse, Vollkorn und Fisch sollten auf dem Speiseplan ganz oben stehen. Bewegung an frischer Luft und Sonnenschein mobilisieren zusätzlich den Kalziumstoffwechsel. Speisen mit hohem Phosphatgehalt (Wurst, Salz, Cola, Limonade), sowie Stress und wenig Sonne wirken sich negativ aus.
  • Eisenmangel : Essen Sie ca. dreimal pro Woche Fleisch.
  • Viel trinken : Sie sollten etwa 2 Liter täglich trinken. Geeignet sind Wasser oder natriumarmes Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetee, verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Wenn Sie normalerweise eher wenig trinken, dann gewöhnen Sie sich „ein Glas Flüssigkeit zu jeder Stillmahlzeit“ an. Meiden Sie Kaffee (max. ein bis zwei Tassen), schwarzen Tee und alkoholischen Getränke, sowie Salbei- und Pfefferminztee!

 

 

Fontanelle:

Dank dieser Knochenlücke in der Schädeldecke des Neugeborenen schiebt sich die Schädeldecke während der Geburt zusammen. Obwohl die Stelle sehr widerstandsfähig ist, sollte man nie harten Druck auf sie ausüben. Die Fontanelle schließt sich bis zum 18. Lebensmonat.

Fieber:

Die Normaltemperatur von Babys liegt bei 37 bis 37,5 °C. Die Temperatur wird rektal gemessen. Liegt sie über 38,5 °C so spricht man von Fieber. In diesem Fall sollten Sie einen Arzt konsultieren.

Gewichtszunahme:

Nach der Geburt darf das Baby bis zu 7% des Geburtsgewichtes abnehmen. Danach nimmt es kontinuierlich zu, bis es 3 Wochen nach der Geburt wieder sein Geburtsgewicht erreicht haben sollte. Nun nimmt das Baby 150 bis 210 g pro Woche zu. Ab dem 4. Monat sind es dann nur mehr 110 g pro Woche. Das Gewicht des Babys sollte regelmäßig beim Kinderarzt kontrolliert werden.

Kinderwagen:

Die Liegefläche des Wagens sollte mindestens 70 cm Abstand vom Boden haben, damit das Baby nicht den Bodensmog einatmen muss. Achten Sie auch auf einen ausreichenden Sonnenschutz – die Bespannung sollte UV-dicht sein.

Koffein:

Koffeinhältige Getränke (Kaffee, Tee) wirken auch auf den Kreislauf des Babys anregend. Um ein überdrehtes Baby zu vermeiden, beschränken Sie den Genuss auf maximal ein bis zwei Tassen am Tag. Meiden Sie Energydrinks!

Medikamente:

Nehmen Sie während der Schwangerschaft nie Medikamente ohne ärztlichen Rat ein! Müssen Sie auch in der Stillzeit Medikamente einnehmen, dann heißt das nicht notwendigerweise, dass Sie eine Stillpause einlegen oder gar abstillen müssen. In diesem Fall fragen Sie Ihren Arzt oder eine Stillberaterin (http://www.stillen.at), die Ihnen im konkreten Fall weiterhilft.

Milchbildung:

Um die Milchbildung zu förden, soll das Neugeborene so früh wie möglich nach der Geburt an die Brust angelegt werden. Dadurch setzt die Milchbildung früher ein und das Einschießen der Milch ist auch weniger schmerzhaft. Eine Brustmassage bringt außerdem die Milch schneller zum Fließen. Eventuell verhärtete Stellen können durch Massieren in Richtung Brustspitze gelöst werden.

Milchstau:

Bei einem Milchstau ist die Brust geschwollen, druckempfindlich, aber nicht gerötet. Um einen Milchstau zu vermeiden, ist es wichtig, dass das Baby regelmäßig an beiden Brüsten trinkt. Wenn es nach der einen Brust an der anderen Brust kein Interesse mehr hat, dann sollte man diese Brustseite händisch etwas entleeren und das nächste Mal an dieser Seite zu stillen beginnen.


Muttermilch:

In den ersten Tagen nach der Geburt wird die so genannte Vormilch (= Kolostrum) gebildet. Sie ist besonders reich an Nähr- und Abwehrstoffen, steht zwar nur in geringen Mengen zur Verfügung – anfänglich 100 ml/Tag – ist aber für Ihr Baby ausreichend. In den darauffolgenden Tagen verändert sich die Zusammensetzung der Muttermilch: Die „Übergangsmilch“ ist fett- und kalorienreicher, aber ärmer an Mineralstoffen und Kohlenhydraten. Nach ca. 3 Wochen schließlich wird die reife Muttermilch – 700 bis 850 ml/Tag – gebildet, deren Zusammensetzung sich je nach dem Alter des Säuglings, den Ernährungsgewohnheiten der Mutter und auch der Tageszeit ändert. Vom Aussehen her ist sie jetzt mit der Farbe, die wir von der Kuhmilch kennen, vergleichbar, enthält aber trotzdem alle wichtigen Nährstoffe, die das Baby für seine Entwicklung braucht. 

Rauchen:

Falls Sie eine starke Raucherin sind und es nicht geschafft haben, ganz darauf zu verzichten, dann rauchen Sie nicht unmittelbar vor dem Stillen, sondern erst danach. Rauchen Sie auch nie im Zimmer Ihres Babys, um ein Passivrauchen Ihres Kindes zu vermeiden.

Rauchen:

Falls Sie eine starke Raucherin sind und es nicht geschafft haben, ganz darauf zu verzichten, dann rauchen Sie nicht unmittelbar vor dem Stillen, sondern erst danach. Rauchen Sie auch nie im Zimmer Ihres Babys, um ein Passivrauchen Ihres Kindes zu vermeiden.

Raumklima:

Die optimale Raumtemperatur für Babys beträgt 18 bis 20°C. Regelmäßiges kurzes Lüften (Stoßlüften) sorgt für Frischluft.

Reinigen:

Bei Mädchen achtet man darauf, dass die Genitalien von vorne nach hinten gereinigt werden. Bei Buben werden die Genitalien gewaschen, wobei die Vorhaut aber nicht zurückgeschoben werden darf, da die Gefahr besteht, dass sie reißt.

Schlafbedürfnis:

Meistens schlafen Säuglinge in der ersten Zeit ihres Lebens in vielen kurzen Abschnitten. Diese sind über den Tag und die Nacht verteilt, aber in den wenigsten Fällen berechenbar. Manche Eltern staunen, wie viel ihr Baby schläft. Andere wundern sich, weil ihnen der Schlaf ihres Kindes so wenig erscheint. Insgesamt kommen Babys gewöhnlich in den ersten beiden Monaten auf 16 bis 18 Stunden Schlaf. Diese Schlafzeit verringert sich allmählich bis zum Ende des ersten Lebensjahrs auf 12 bis 14 Stunden.

Schnuller:

In den ersten Lebenswochen sollten Sie Ihrem Baby keinen Schnuller geben, zumindest so lange, bis Sie und Ihr Baby mit dem Stillen zurecht kommen und Ihr Baby gut zunimmt. Manche Babys nehmen die Brust nicht mehr richtig in den Mund, wenn sie an etwas anderem gesaugt haben und Sie könnten die Hungerzeichen Ihres Babys übersehen, wenn es den Schnuller im Mund hat.

Schreien:

Wenn das Baby schreit, hat das mehrere Gründe: es hat Sehnsucht nach Ihnen, ist hungrig, hat Blähungen, hat sich erschreckt, hat Schmerzen (Zahnung) oder die Windel ist voll.

SIDS:

Sudden Infant Death Syndrom (abgekürzt SIDS) steht für „Plötzlicher Kindstod“ und ereignet sich vorwiegend im Schlaf. Betroffen sind Babys im ersten Lebensjahr und da besonders im 3. Lebensmonat. Die häufigsten Risikofaktoren sind zu früh geborene Babys, Bauchlage im Schlaf bzw. zu weiche Unterlage, Rauchen in Gegenwart des Babys, Überwärmung und Verzicht aufs Stillen.

Stillberaterin:

Hier finden Sie Unterstützung bei allen Sorgen und Fragen rund ums Stillen. Eine Stillberaterin in Ihrer Nähe finden Sie im Internet unter http://www.stillen.at .

Stillfrequenz:

Babys können so oft gestillt werden, wie sie es brauchen, anfänglich oft alle zwei bis drei Stunden (6 bis 12 Mal täglich), manchmal auch in längeren Abständen. Lassen Sie Ihr Baby länger an einer Brust trinken, damit es auch die fettreiche Nachmilch bekommen kann. Danach geben Sie ihm die andere Brust. Kein Baby muss nach einer bestimmten Zeit „fertig gegessen“ haben. Jedes Kind hat andere Gewohnheiten. Langsame Genießer können bis zu einer halben Stunde für eine Brust brauchen, während hungrige Schnelltrinker schon nach zehn Minuten fertig sind. Wenn ihr Baby eine Stillzeit verschläft und Ihre Brust deswegen sehr voll ist und schmerzt, dann wecken Sie Ihr Babys zum Stillen auf. Sie Stillen nicht nur nach dem Bedarf des Kindes, sondern auch nach Ihrem eigenen Bedarf! Ansonsten müssen Sie es nicht zum Stillen aufwecken.

Babys machen in unregelmäßigen Abständen immer wieder einen Entwicklungs- und Wachstumsschub durch. In dieser Zeit sind sie dann unruhiger und verlangen öfter nach der Brust. WICHTIG in diesen Phasen ist, immer nach bedarf des Kindes zu stillen – somit kann sich die Brust auf die Mehrproduktion einstellen.

Stillstreik:

Ihr Baby hat bisher gut an der Brust getrunken und verweigert jetzt plötzlich die Brust. Ursachen dafür können Schmerzen (z.B. durch Zahnen), Stress, Erschrecken oder ähnliches sein. Lassen Sie sich nicht entmutigen und bleiben Sie geduldig! Ein Stillstreik wird bei wiederholtem Versuchen meistens innerhalb von zwei bis vier Tagen behoben.

Stilltechnik:

  • Richtiges Anlegen: Stützen Sie Ihre Brust mit der Hand, wobei Daumen und Zeigefinger die Brust so umfassen, dass sie ein „C“ bilden. Der Daumen soll dabei oben liegen, wobei die Brustwarze nach Möglichkeit nicht mit den Fingern berührt werden soll. Berühren Sie nun mit der Brustwarze leicht die Unterlippe des Babys und warten Sie, bis es den Mund öffnet. Jetzt ziehen Sie das Baby an sich heran, sodass es die Brustwarze und einen großen Teil des Warzenhofes fassen kann. WICHTIG: Bringen Sie immer das Baby zur Brust – nicht umgekehrt!
  • Ende des Stillvorgangs: Normalerweise lässt das Baby von selbst von der Brust ab. Sie können auch Ihren kleinen Finger vorsichtig in den Mundwinkel des Babys schieben, damit Luft einströmen kann, weil beim Saugen ein Unterdruck im Mund des Kindes entsteht. Wird das Baby einfach von der Milchquelle weggezogen, dann kann das schmerzhaft sein und das Entstehen wunder Brustwarzen begünstigen.

Verdauung:

Der Stuhl des gestillten Kindes ist flüssig bis weich, gelblich und riecht aromatisch säuerlich. Gestillte Kinder haben in den ersten 6 bis 8 Wochen 2 bis 3 Mal täglich Stuhl, danach können auch bis zu 10 Tage ohne Stuhlgang normal sein.

Windelwechsel:

Normalerweise werden Darm und Blase immer nach den Mahlzeiten entleert - daher sollten auch die Windeln erst danach gewechselt werden. Hat Ihr Kind eine besonders empfindliche Haut, dann müssen Sie es natürlich öfter wickeln.

Wochenfluss:

Mit der Geburt des Kindes löst sich auch der Mutterkuchen von der Gebärmutter, zurück bleibt eine große Wunde. In den ersten Tagen nach der Geburt werden Sekrete abgesondert, die zunächst dunkelrot sind, aber immer heller werden. Dieser so genannte Wochenfluss ist anfangs mitunter sehr stark und hält bis zur Heilung der Wunde an, was bis zu sechs Wochen dauern kann.

Zahnen:

Die ersten Zähne lassen sich normalerweise ab dem sechsten Monat blicken. Zuerst kommen die zwei unteren mittleren Schneidezähne zum Vorschein. Bis zum vollständigen Milchgebiss können bis zu drei Jahre vergehen. Spezielle Gele oder homöopathische Kügelchen lindern die damit verbundenen Schmerzen.